Montag, 19. Juli 2010

Just a thought




Dieses Wochenende war einfach nur friedlich... Schoen feiern, schoen ausschlafen, schoen Nip/Tuck schauen... Was will man mehr?Man will immer mehr... Oder?
Heute habe ich dafuer auch mehr gekriegt!
Bei der Morgenvisite wurde mir erst mal ein wenig schummrig... Ich musste mich hinsetzen um nicht zwischen die purulenten Wunden zu krachen. Na, immerhin hat das noch geklappt. Danach, beim Kaffee, meinten zwei Aerztinnen, ich sehe etwas blass aus, ich solle doch nach Hause gehen. Ich meinte nur, das sei eine gute Idee. Doch irgendwie konnt ich es nicht lassen und bin noch "kurz" auf einen Sprung in den OP. Natuerlich war heute alles anders als sonst. Keine sechs Aerzte sondern nur zwei. Was sich hiermit aeusserte: Andy, hast du was zu tun? - Ne. - Dann kannst du uns bestimmt helfen!?! - Ja, natuerlich.
Ich hielt dann auch meine Haken schoen brav bis 5 Uhr Nachmittags. Kein Aussetzer, keine von meinem Gesicht verschmutzte Schilddruese. Uff...

"Life is a one-way street, and if you could paint it
I'd draw myself going in the right direction
So I go all the way - like I really really know -
But the truth is I'm only guessin'"
- Gnarls Barkley

Donnerstag, 15. Juli 2010

Lhasa de Sela




Ich habe erst vor Kurzem erfahren, dass Lhasa de Sela im Januar 2010 im Alter von nur 37 Jahren gestorben ist... May your voice enchant the angels!




"I'm going in I'm going in
I like to see you from a distance
And just barely believe
And think that
Even lost and blind
I still invented love"

Mittwoch, 14. Juli 2010

Even the sunlight comes in in rays...


Heute war wieder mal ein langer Tag... Was heisst das, ein langer Tag? Nun gut, ich hab um 8Uhr morgens meinen Supervisor angerufen um ihn zu fragen, wo er ist und was er tut. Er war am Fruehstuecken, was ungewoehnlich ist. Normalerweise sehen sie um 8 Uhr die letzten Patienten der Morgenvisite... Nun gut. Danach gabs noch eine kleine Lymphknotenbiopsie, woran sich "nur" vier Aerzte beteiligten und dann war erst mal Schluss. Am Nachmittag waere noch Klinik gewesen, doch den hab ich mit einer Kollegin durchdiskutiert. Wir haben ueber das englische und das schweizerische und das franzoesische Gesundheitssystem diskutiert. Es war relativ interessant. Doch um 4 war es dann endlich Zeit, meine Gitarre zu packen und nach Sentosa an den Strand zu fahren. Die Gezeiten schwemmen dort allen Muell an den Strand, so dass man das Wasser foermlich suchen muss. Man legt sich rein mit der Angst, dass ein abgetrenntes Koerperteil einen am Oberschenkel streifen koennte. Panisch sucht man sich den Weg zwischen denn Muellhalden aus dem "Wasser" raus. Man rennt zur Dusche und schrubbt sich erst mal ne halbe Stunde mit der Hoffnung, keinen Aussschlag am ganzen Koerper zu erhalten. Danach legt man sich an den Strand mit aus Indonesien und Malaysien importiertem Sand und schlaeft ein.
Na, zumindest hab ich einen schoenen Sonnenuntergang gesehen und hab am Strand des suedlichsten Auslaeufers Kontinentalasiens Gitarre gespielt.

Ich werde wohl verstehen muessen, dass alles seinen Preis hat. Man kann zwar einen Strand bauen, wo sonst eigentlich nur Schlamm und Mangroven waeren. Doch es hat einen Preis. Und der Preis geht oft mit Angst einher. Sollten wir den Strand deshalb einfach vermeiden oder sollten wir uns umso mehr ins Wasser stuerzen und geniessen und jegliche Angst vor Aussschlaegen am ganzen Koerper vergessen?
Wenn das Leben und unsere Plaene doch bloss so einfach waeren. Doch es gilt wohl einiges zu akzeptieren im Leben. Entweder, dass man keine Straende baut, wo keine von sich aus entstehen oder dass man sie baut, dafuer aber den Preis bezahlt.

Even the sunlight comes in in rays...
Unser Weg besteht aus Schritten...

Samstag, 10. Juli 2010

Abschied nach Schumacher


Verrueckt, nun habe ich schon 5 Wochen in einer Stadt verbracht, die nie schlaeft. Ich fuehle mich, als wuerde ich den Puls der Stadt mitleben, als waere ich an die Hauptschlagader der Stadt angeschlossen. Die Stadt ist immer muede und doch pulsiert ihr Herz 24h am Tag. Und alles geschieht so schnell. Alles geht so schnell vorbei. Ich bin mir sicher, ein Leben in Singapur vergeht im Nu... Leider vegehen nicht nur Leben schnell in einer gerafften Wahrnehmung sondern auch die Aufenthalte... So habe ich, seit ich hier bin, so viele geliebte Menschen schon verabschiedet und weitere werden folgen. Und alles in nur kurzer Zeit. So habe ich erst vor kurzem Tanja verabschiedet. Es war ein tragischer Abschied, da ihr Handy keinen Akku mehr hatte und ich etwas laenger im Krankenhaus bleiben musste. Wir haben uns knapp verpasst. Doch die Zeit, die wir hier zusammen verbringen konnten war genial.
Wie kommt es, dass man gewisse Menschen kennt, ohne wirklich mit ihnen zu leben und andere, mit denen man tagtaeglich spricht, lernt man nie kennen?
So kamen mich letztens auch Julia und Peter besuchen. Wir haben uns vor kaum einem Jahr in Guadeloupe kennengelernt und sind seither so gute Freunde. Fuer mich fuehlt es sich immer so an, als waere ich Teil einer Familie, wenn ich mit den beiden unterwegs bin. Ich wuerde mit ihnen ans Ende der Welt reisen und wuerde mich dabei immer wohl fuehlen.

Es sind die Erinnerungen, die mich hier nicht vollkommen der Zeit entwischen lassen. Sie geben mir einen kleinen Rahmen, eine schiere Vorstellung vom Raum-Zeit-Kontinuum. Ohne diese Erinnerungen, waere ich wohl schon verloren in Singapur.
So waren wir letzte Woche zu viert auf Tioman Island mit der Ani... Ani ist auch so eine Person, die ich kannte, noch bevor ich sie das erste mal sah. Doch wir Slaven verstehen uns doch immer! :-)
Ich kann jedem nur empfehlen, mal nach Tioman zu fahren. Es ist ein kleines Stueck Paradies auf dieser Erde. Wo wir waren, gab es kaum so etwas wie Zivilisation. Einen Strommasten, ein paar wenige Huetten und 2-3 "Restaurants"... Dafuer kann man da traumhaft tauchen, durch den Dschungel wandern und mit Haien schnorcheln! So haben wir das Glueck gehabt am letzten Tag noch einen kleinen Baby-Riffhai zu sehen. Die koennen sich so wahnsinnig elegant bewegen unter Wasser. Das ist Wahnsinn. Und wenn sie wollen koennen sie unglaublich schnell sein.

Am Mittwoch haben wir dann den grossen Abschied "gefeiert". Wir sassen am Clarke Quay, der Portalvene der Stadt. Wir haben geredet, getrunken und waren traurig. Irgendwie hab ich's nicht so mit Abschieden. Ich nahm ein Taxi nach Hause und bemerkte, dass der Taxifahrer einen ganz anderen Weg nahm als sonst. Irgendwie war mir das aber egal. Ploetzlich fuhren wir aus einem Tunnel und waren schon im Krankenhaus. Ich verstand die Welt nicht mehr. Es war, als waeren wir durch ein Wurmloch gefahren. Die Strecke war nur halb so lang als sonst. Darauf konnte ich nur sagen: "Nice, I have never gone this way before. Very short." Worauf die Antwort kam: "Jes, I pifer qwik, la. Ju nou Schumakker? Vely qwik la! Cheepar for ju, la. But qwik!"
So geht es hier... Alles schnell! Alles guentsitg - ich fang gar nicht erst an zu erzaehlen dass gerade der grosse Sommerausverkauf ist in Singapore...

Warum muss alles immer so schnell gehen? Wenn man an einem Ort ankommt, hat man das Gefuehl: ach, cool, ich hab noch so viel Zeit. Und dann ist alles im Nu vorbei. Wieso verliert man sich, warum bleibt die Zeit nicht stehen. Koennte man sich dadurch besser verstehen? Wozu auch? Wahrscheinlich wollen wir immer alles schnell zu Ende bringen. Wir sind nun mal nicht die Haifische, die sich entscheiden koennen, wann sie sich schnell bewegen und wann langsam. Denn wir sind an eine Schlagader angebunden und die gibt das Tempo vor. Wir koennen auf der Welt herumreisen, wie wir wollen. Doch automatisch verwachsen wir wieder mit neuen Gefaessen. Es sind die Menschen, die Staedte, die Kulturen, das Tageslicht, die Gerueche, die Naechte, die uns das Tempo vorgeben. Und wenn man in einer Stadt wie Singapur landet, dann schlaegt der Puls schneller. Wie ein Metronom hoert man es ueberall... tick tack, tick tack... immer zu hoert man den Pulsschlag. Nur unter Wasser, wo die Haie sind, kann man dem Metronom entfliehen. Da wir nicht ins Wasser gehoeren, haben wir keine Sensoren um den Wellenschlag des Meeres zu fuehlen. Fuer und ist unter Wasser der einzige Ort, wo wir keine Zeit kennen. So freue ich mich schon auf weitere Tauchabenteuer in Indonesien.
So viele Abschiede habe ich hinter mir, so viele erwarten mich noch. Doch jeder Abschied eroeffnet die Moeglichkeit eines Wiedersehens. Und so freue ich mich darauf, mit meiner Schwester bald auf Flores tauchen zu gehen.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Singapore at last


Lange ists her, seit ich das letzte mal geschrieben habe. Nun bin ich schon fast seit 3 Wochen in Singapore und hab noch kein Wort im Blog veroeffentlicht. Woran mag das wohl liegen? Ich sag euch, es liegt nicht daran, dass ich nichts zu berichten haette. Es ist vielmehr die Fuelle der Tage, die Kuerze der Naechte und die Menge an Eindruecken, die es mir schwierig machen, irgend etwas zu schreiben. Wo soll ich also beginnen?

Nach meiner Ankunft fing alles erst mal ganz gemuetlich an. Ich bezog um 22:00 Uhr mein Zimmer und habe sogleich meinen Mitbewohner kennengelernt. Ein ruhiger und netter Chinese, der mir mittlerweile schon das eine oder andere Wort Mandarin beigebracht hat. Obwohl mich keiner versteht, wenn ich es ausspreche, versuche ich weiter zu lernen. Xiexie (danke) ist wohl das Einzige, was die Leute hier verstehen, wenn es ein Touri sagt. Na, immerhin.

Im Krankenhaus fing es genauso gemuetlich an. Zu Beginn stellt man sich vor und hat ueberhaupt nix zu tun. Die Studenten hier duerfen einem Arzt nachrennen und hoffen, dass sie dabei etwas lernen. Na, ich weiss nicht so recht, ob das das Wahre ist. Aber es stoert mich ueberhaupt nicht, da ich sonst genug Ablenkung gefunden habe in Singapore. Was nicht so schwierig ist - wie man sich denken kann... Heute hab ich zum Beispiel das erste mal in meinem Leben die "Arbeit" geschwaenzt. Doch wie gesagt, es ist nicht wirklich Arbeit, was die Studenten hier machen. Daher ists glaub ich nicht so schlimm, dass ich mal weggeblieben bin.

Im Krankenhaus kriegt man viele Sachen zu sehen, die man sonst - wenn ueberhaupt - nur aus Buechern kennt. Obwohl der Lebensstandart hier enorm hoch ist, scheinen die Verhaeltnisse doch etwas anders zu sein, so dass man ausgepraegte Ulci, Infekte, Krebse und Geschwuere sieht, so wie man sie in einem 3.Weltland erwarten wuerde. Doch ich glaube, das liegt zu einem grossen Teil daran, dass die Leute hier staerker sind als wir. Sie rennen nicht sofort zum Arzt, wenn sie ein Wehwehchen haben - was gut fuer die Finanzen ist, ist nicht immer gut fuer die Menschen. Es ist schwierig, sich so ein System in der Schweiz vorzustellen. Letzte Woche ist eine Patientin an einem Infekt verstorben... Man hat ihr zunaechst den Zeh amputiert, dann die Wade, dann das Knie und spaeter verstarb sie an einer Bauchfellentzuendung... Dabei war sie noch keine 60... Ich weiss nicht, wieviele dieser Faelle wir in der Schweiz haben... doch unser Wahn nach Sterilitaet und Sauberkeit scheint sich zumindest ein wenig auszuzahlen. Wer weiss, was gut und was schlecht ist. Die Menschen leben hier mit diesen Bedingungen und diesen Vorstellungen. Ich glaube, es sind vor allem die Vorstellugnen. Denn an der Infrastruktur mangelt es hier nicht. Die Vorausstzungen waeren hier genauso gut wie in der Schweiz fuer ein "suaberes" Arbeiten. Doch die Leute haben andere Ideen von Hygiene als wir sie haben. Und von dem was ich hier gesehen habe, muss ich sagen, zahlt sich unser Sauberkeitswahn wohl doch aus. Doch wie kann man die Menschen tadeln? Sie sind so aufgewachsen und das ist unter anderem der Preis, den sie dafuer bezahlen meussen.

Was das "private" Leben in Singapur angeht... weiss ich gar nicht so recht was sagen. Ueberall sind Menschen, Lichter; Live-Musik droehnt aus den Bars, Leute ueberall nur Leute. Keine Sekunde Ruhe. Selbst in den Massage-Salons klimpert (und in allen Salons dieselbe) Musik. Es gibt kein Entkommen. Das Einzige, was man tun kann, ist, sich in den Strom zu werfen und hoffen, nicht unterzugehen. Man lernt hier so schnell so viele Leute kennen, dass man gar keine Zeit hat, sich darueber Gedanken zu machen, ob man die Personen mag oder nicht. Man sucht sich hier die Freunde nicht aus, man wird zusammengeweuerfelt. So wie es das Schicksal gerade will. Sobald eine Nummer fuer einen gezogen wurde, kann man sie nicht umtauschen. Doch die Ziehung ist so schnell, dass man die Nummer gar nicht lesen kann, und schon haelt man die naechste in der Hand. Und immer wieder die Musik, die Lichter und Menschen. Immer nur Menschen. Es ist purer Wahnsinn. Es ist das Clark Quay Bingo... Es scheint nie aufzuhoeren.
Es ist fuer einmal eine ganz andere Erfahrung. Es ist nicht dieses Gefuehl dass man irgendwo auf einem Berg hat. Dieses freie und dennoch verlorene Gefuehl. Das Gefuehl der grenzenlosen Freihet, die einen so klein erscheinen laesst, dass man zu glauben beginnt. Man glaubt an die Natur und an die Freihet.
Nein, es ist genau das Gegenteil. Man wird vom Schicksal herumgestossen von einer Ecke zur anderen. Man hat keinen Willen. Man ist aber genauso frei, man ist frei von den Gedanken, grenzenloser Freiheit. Man ist frei von jeglichen Gedanken... Das macht es einem auch schwieriger, einen zusammenhaengenden Text zu formulieren. Man denkt nur noch in Satzfragmenten. Es ist eine Erfahrung fuer die ich dankbar bin. Doch ehrlich gesagt freue ich mich wieder auf einen Berg, auf einen Strand, auf ein Meer, auf eine Tauchausruestung, auf Dschungel, auf Elefanten, Tempel, Kokosnuesse, Sand, Vulkane,...alles ausser Menschenmassen.


Nun die Welt ist ein komischer Ort. Fuer jeden von uns haelt sie tausend Ueberraschungen bereit. Es geht nur darum, sie abzuholen. Die Freiheit der Menschen ist grenzenlos. Kein Mensch ist in irgendeiner Form in seiner Freiheit eingeschraenkt. Doch die Bedingungen und die Umwelt veraendern die Perzeption der Freiheit. Gewohnheiten, wie das Desinfizieren der Haende oder die saubere Wundversorgung haben viel mit der Kultur zu tun. Koennen wir die Erziehung tatsaechlich nicht ueberwinden und uns selber hinterfragen? Wieso werfe ich mich denn dann lieber in den Strom in einer Grosstadt? Wieso behaupte ich dann, dass man sich hier die Freunde nicht aussuchen kann? Wieso spreche ich vom Schicksal und vom Clarke Quay Bingo? Wieso all das, wenn man doch an die uneingeschraenkte Freiheit der Menschen glaubt? Fuer mich habe ich eine Antwort... es ist die Gemuetlichkeit.

Nun hoffe ich, in naechster Zeit nicht mehr ganz so gemuetlich zu sein, so dass ich wider etwas haeufiger einen Blog Eintrag verfassen kann.

Ich gruesse euch alle, die ihr mir nicht vom Schicksal sondern von meinem Herzen auserwaehlt wurdet.

Euer Baumi

Dienstag, 22. September 2009

Der Weg auf die Souffriere

Nun sitze ich hier vor dem Computer, waehrend die anderen Aerzte eine weiterbildung haben im Verschreibungswesen. Na, jedenfalls hab ich gerade nicht so viel zu tun und kann die Zeit dazu nutzen, ein paar Dinge zu notieren, die ich in den letzten Wochen erlebt habe. Wo soll ich beginnen?

Vy Chi kam mich fuer 2 Wochen besuchen und wir verbrachten eine wunderbare Zeit, auch wenn ich viel arbeiten musste. Jeden Abend konnten wir auf der Terasse sitzen und unsere Gedanken austauschen. Wie schoen es doch ist, Menschen zu kennen, die ueber den Rand ihrer Porsches sehen (Mist, ich kenn niemanden mit Porsche... - doch ich glaube, ihr versteht, was ich meine).

Zusammen (mit der deutschen Kommune Gwada) erklommen wir von Matouba aus die Souffriere und gelangten auf den hoechsten Punkt der Insel. Das faszinierende an der Wanderung war, dass wir uns irgendwo durch den Dschungel kaempften und scheinbar verloren ueber Huegel kletterten, bis wir schliesslich doch zum Fuss der Souffriere gelangten. Es war wirklich beeindruckend. Und manche von uns machten den ganzen Weg mit weissen Turnschuhen und Handtaschen. Hut ab, vor dem Durchhaltewillen und der Stoik. :-)

Im Krankenhaus gehts weiterhin bergauf und -ab mit den Patienten. Die einen machen schnellere Fortschritte, als man es erwarten wuerde und die anderen wiederum kriegen gesundheitliche Probleme mannigfaltiger Art, so dass sie gezwungen werden, ihre Rehabilitation zu unterbrechen. Man weiss nie im Voraus, was geschehen wird, wenn man einen Patienten zum ersten Mal sieht. Manche erholen sich blitzschnell, die anderen bleiben dafuer umso laenger liegen.

Was im Leben uns nun Sicherheit gibt, muss jeder selber wissen. Ob es nun Gespraeche sind mit Gleichgesinnten oder ob es Porsches sind. Denn wenn man sich ploetzlich verloren fuehlt, ist die Leidenschaft das, was uns am Laufen erhaelt, egal ob man durch Sinneskriesen oder durch den Dschungel irrt. Man darf nie vergessen, weshalb man irrt. Man irrt, weil man irren will, weil man wissen will, weil man Leidenschaft empfindet. Nur wer diese Leidenschaft verliert, wird sich auch VERirren koennen. Doch mit der Leidenschaft irren wir lediglich.
Selbst wenn wir immer wieder Rueckschlaege erleiden werden muessen, nichts darf uns dazu bringen, diese eine Leidenschaft zu verlieren. Die Leidenschaft des Wissens um unser eigen Leben.

Freitag, 4. September 2009

Gwada rules

So, nun bin ich endlich seit ein paar Tagen in Guadeloupe und habe schon einiges gesehen. Es ist unglaublich, wie viele Sehenswuerdigkeiten eine solch kleine Insel bereithaelt. Sie beherbergt unzaehlige Wasserfaelle, Wanderwege, Schnorchelplaetze, Klippen, Wellen, etc...
Wo beginnt man da am besten?

Als ich am Donnerstag den 20.08.09 hier ankam erwartete mich Silke schon am Flughafen. Ich lernte sogleich unsere Vermieterin kennen und die nette Lydie (ein Gast aus Marie Galante, der hier Urlaub macht mit seinen Kindern).
Am Abend fuhren wir dann zum Strand von Gosier, wo ich die Deutsche Enklave Guadeloupe kennenlernen durfte. :-)
Na, jedenfalls haben wir in den folgenden Tagen so einiges gesehen. Wir erklommen den hoechsten Punkt (den Vulkan "la Soufriere") an einem der 15 Tage im Jahr wo er nicht bedeckt war, wir sprangen von Klippen 8m in die Tiefe, um den Sauts d'Acomat zu folgen, wir fruehstueckten an Straenden, die von Palmen durchsetzt sind und wir sahen die Heiligen ("Les Saintes", eine kleine Inselgruppe im Sueden).
Wir waren eine Woche unterwegs und sahen so viel, dass ich immer wieder meine Fotos anschauen muss, um nicht zu vergessen.
Kaum war Silke wieder in der Schweiz, begann auch schon mein Praktikum im Krankenhaus ("Centre Hopitalier Maurice Selbonne"). Ich sollte mir eigentlich eine Wohnung mieten, was ich auch fuer 550.- Eu tat. Doch an meinem ersten Tag leinte die Chefsekretaerin, sie haette mir nun doch ein Appartement vom Krankenhaus bereitgestellt. Somit konnte ich die 550.- Eu wieder einstecken und umziehen. Die Vermieter der ersten Wohnung meinten nur: "Das ist ja super fuer dich. Du bist ja Student und somit kannst du viel spaaren."
Die Leute hier sind allgemein extrem hilfsbereit und verstaendnisvoll. Dafuer etwas desorganisiert. Man muss alles persoenlich erledigen. Nix funktionniert hier ueber Email oder Telephon. Einfach mal vorbeigehen, dann wird auch ne Loesung gefunden.
So warte ich jetzt auch auf einen Autovermieter, der mir ein Auto fuer 200.- Eu im Monat versprochen hat. Dafuer bin ich extra aus Bouillant nach Point à Pitre gefahren. Als ich ihn vor ein paar minuten angerufen habe meinte er nur, er wuesse nicht, ob ich dads Auto heute schon haben koenne... Na, schlimmstenfalls penn ich bei der Deutschen Enklave! :-)

Was kann ich denn schon wollen? So viel ist mir in den Schoss gefallen! So viel, worum ich noch nicht mal gebeten habe. Wir erhalten so viel im Leben. So viele Eindruecke, so viele Momente. Manchmal geht es hoch auf den hoechsten Punkt, auch wenn es ein Vulkan ist, der droht zu explodieren, und manchmal muss man sich fallan lassen. Genau so wie sich der Fluss nicht gegen den Sturz bei einem Wasserfall wehrt, sollten wir uns nicht gegen unsere Stuerze im Leben wehren. Denn nur, wer bereit ist, auch nach unten zu streben, kann wieder hoch zu den Wolken diffundieren. Und das Wichtigste ist, nie zu vergessen, was man hat, statt immer neues zu wollen. Schaut euch also gut eure Fotos an.
So warte ich also in einer der haesslichsten Staedte auf ein "Ja" oder "Nein" von einem Autovermieter, waehrend es draussen in Stroemen regnet. Doch ich weiss, dass auch ich zum Meer kommen werde. Ob mit oder ohne Wagen. Denn runter kommen sie immer. :-)